Warum hast Du 3rd-eyes analytics gegründet?

Zwei Beweggründe waren ausschlaggebend für mich.

Der Erste: Ich stellte früh in meiner Karriere fest, die ich als Portfolio Manager im institutionellen Asset Management begann, dass Berater, die Kunden beim Vermögensaufbau oder bei der Vermögensverwaltung unterstützen, keine Lösungen zur Verfügung haben, um diese Kunden realistisch und individuell beraten können. Das fängt damit an, dass es in der Beratung nicht um die Ziele des Kunden geht, sondern um das Investment-Produkt, das ja eigentlich nur das Mittel zum Zweck sein sollte, um die Ziele zu erfüllen. Auch leidet die Branche immer noch unter der unrealistischen Annahme, dass die Aktienmärkte sich normalverteilt verhalten, also zum Beispiel die Aktienmärkte nicht stärker fallen können, als, dass sie in guten Zeiten steigen. Kunden sollten auch, wenn es zu Marktbewegung wie den derzeitigen kommt, ihre Ziele wie zum Beispiel eine auskömmliche Rente erreichen können.

Der zweite Grund war ein sehr persönlicher. Ich arbeite seit mehr als 15 Jahren im Bereich der nachhaltigen Kapitalanlage. Ich habe gelernt, dass, wenn man Kunden das Thema anbietet, ohne dies aktiv zu vertreiben, entscheiden Sie sich oftmals für die nachhaltige Version. Darum integrieren wir Nachhaltigkeit in jeden Schritt des Anlageprozesses, auch zum Beispiel in die Simulation des Vermögens und der Ziele unter Berücksichtigung von Klimawandel, ohne dies als etwas Besonderes herauszustellen. Wenn wir es schaffen, viele Banken und Versicherungskunden zu gewinnen, die alle ihren Kunden die Möglichkeit geben, auf sehr einfache Weise nachhaltig zu investieren, haben wir einen signifikanten «Impact» erreichen können. Das ist es, was mich antreibt.

Was machst Du, wenn du nicht arbeitest?

Ausserhalb 3rd-eyes’ kümmere ich mich um meine Familie, ich habe zwei Kinder und treibe die Familie zu sportlichen Aktivitäten an, am liebsten in den Bergen, denn ich liebe die Natur. Wir bergsteigen, fahren Mountainbike, klettern, gehen Skitouren, sofern Schnee liegt, und laufen. Wenn ich mich sportlich beschäftige, denke ich keine Sekunde an meine Aufgaben, sondern kann sehr gut abschalten. Das wäre anders, wenn ich am Strand liegen würde, da würde ich ständig am Computer arbeiten. Wir Bayern schätzen auch einen gewissen Genuss, wie ein gutes Bier nach getaner Arbeit.

Auch empfinde ich Luxus eher als belastend. Wir besitzen als Familie einen Campingbus, mit dem wir verreisen, und dies ist jeweils wie eine persönliche Festplattenformatierung im Kopf. All diese Dinge, die wir um uns herumhaben und eigentlich nicht benötigen, sind dann mal nicht verfügbar, und das geht erstaunlich gut.













Was ist Deine Motivation?

Die Dinge, die ich tue, müssen herausfordernd und qualitativ hochwertig sein. Ich bin auch schon gescheitert, und habe gelernt, wie man damit umgeht. Es tut nur kurz weh und dann geht es weiter. Auch ist das Leben mit 100%iger Sicherheit irgendwann vorbei und darum möchte ich in der Zeit, die ich habe, ein intensives Leben führen.

Und sicher auch: Mit einem hervorragenden Team in Zürich und Belgrad zusammenzuarbeiten, das keine Mühen scheut, um etwas schnell umzusetzen, und fantastisch innovativ ist.

Was möchtest Du mit 3rd-eyes analytics erreichen?

Ich wäre stolz, wenn viele Finanzdienstleister unsere Lösungen einsetzen würden, weil ich damit einen erheblichen persönlichen Beitrag erzielt hätte, Investieren nachhaltiger zu machen. Und natürlich will ich auch erfolgreich sein.

Was war Dein persönlicher Höhepunkt mit 3rd-eyes analytics?

Als wir trotz aller Widrigkeiten, die wir zu bewältigen hatten, unseren ersten Kunden gewonnen haben. Auch die Tatsache, dass meine Arbeitskollegen alle auch in schwierigen Zeiten zur Gesellschaft stehen. Das ist fantastisch.

Was ist Deine Lieblingsskitour? Wo führt die durch, was ist daran so besonders?

Ich kann die Skitour im UNESCO-Weltnaturerbe empfehlen: Vom Jungfraujoch, auf das man bequem per Bahn kommt, über den Konkordiaplatz und rauf auf die Lötschenlücke und wieder eine schöne Abfahrt nach Blatten. Hochalpin und sehr bequem, aber nur mit Führer, wegen der Spalten. Leider erschreckend an dieser Tour ist allerdings auch zu sehen, wie der Gletscher immer kleiner wird und, wo man früher abfahren konnte, man heute über Geröllfelder absteigen muss.