Vermögensverwalter kämpfen heutzutage mit sinkenden Margen infolge gestiegener Kosten und einer geringeren Zahlungsbereitschaft ihrer Kunden. Folglich testen sie neue Technologien wie Artificial Intelligence oder Blockchain mit unklaren Ergebnissen, stellen aber kaum die etablierten und standardisierten Elemente ihres Beratungsprozesses in Frage – die strategische Asset Allocation des Kunden, die im Wealth Management meist als „Anlagestrategie“ bezeichnet wird. Die strategische Asset Allocation ist das entscheidende Element bei der Kapitalanlage und trägt rund 90% zur Variabilität eines Portfolios bei.

Während die Anlagestrategien im Wealth Management standardisiert bleiben, gilt die Individualisierung als neuer Megatrend: Neue Technologien erleichtern es, Produkte und Dienstleistungen auf die Bedürfnisse der einzelnen Kunden zuzuschneiden.

Die digitale Transformation hat schon viele Branchen erreicht. Um herauszufinden, was die Vermögensverwaltungsbranche von diesen Branchen lernen könnte, werfen wir einen Blick auf die Automobilindustrie: In der Vergangenheit wurden Autos in einigen wenigen Kombinationen verkauft. Heutzutage können sie dank online Konfigurator in Millionen von Kombinationen individuell an die spezifischen Kundenbedürfnisse angepasst werden.

Ausgehend von dem obigen Beispiel ist es schwierig zu verstehen, warum Vermögensverwalter die standardisierten Elemente ihres Beratungsprozesses kaum hinterfragen. Sie verwenden nach wie vor standardisierte Anlagestrategien für ihre Kunden, anstatt die Anlagestrategie auf die persönlichen Bedürfnisse und Präferenzen jedes Kunden abzustimmen.

Warum stellen Vermögensverwalter standardisierte Anlagestrategien kaum in Frage, wenn feststeht, dass die Asset Allokation das entscheidende Element des Beratungsprozesses ist?

Werfen wir einen Blick auf die Determinanten der optimalen Anlagestrategie für jeden Kunden:

Wie viel Risiko benötige ich, um meine spezifischen finanziellen Ziele zu erreichen?

Im Rahmen der Kundenprofilierung werden die Kunden oft gefragt, warum sie investieren. Normalerweise verwenden Vermögensverwalter diese Informationen, um den Planungshorizont festzulegen, aber sie quantifizieren selten finanzielle Ziele, Ersparnisse und Einkünfte. Sie bilden diese weder auf einer Zeitachse ab, noch nutzen sie ein professionelles Asset- und Liability-Management-System, wie es nur wenigen professionell verwalteten Pensionsfonds zur Verfügung steht.

Leider bestimmen die Ziele, Verbindlichkeiten, Einsparungen und Beiträge des Kunden auf der Zeitachse weitgehend die Höhe der benötigten risikobehafteten Vermögenswerte und damit die Anlagestrategie.

Welchen Teil des Gesamtvermögens möchte ich zur Erreichung meiner spezifischen finanziellen Ziele verwenden?

Vermögensverwalter konzentrieren sich in der Regel nur auf einen Aspekt des Kundenvermögens: gebuchte oder bankfähige Vermögenswerte. Das ist jedoch unzureichend. Neben den bankfähigen Vermögenswerten gibt es viele andere Vermögenswerte, die zur Erreichung finanzieller Ziele genutzt werden können: Immobilien, Private Equity, Altersvorsorge, Kunst, werden oft vergessen, auch wenn sie für die Erreichung finanzieller Ziele von entscheidender Bedeutung sein können.

Es ist zentral, alle Vermögenswerte zu identifizieren, die der Kunde bereit ist, zur Erreichung seiner finanziellen Ziele zu nutzen. Die Anlagestrategie ist davon direkt betroffen, da solche Vermögenswerte das Risiko reduzieren, das der Kunde eingehen muss, um seine finanziellen Ziele zu erreichen.

Wie stark ist meine Verlustaversion in guten und negativen Märkten?

Heute leiten Vermögensverwalter die Anlagestrategie in der Regel direkt aus dem Risikoprofil des Kunden ab, das darauf abzielt, die Risikofähigkeit und Risikotoleranz des Kunden zu ermitteln. Leider ist die Risikotoleranz nicht leicht zu ermitteln, da sie mehreren subjektiven Verzerrungen unterliegt, wie in verschiedenen Artikeln oder Filmen von Prof. Dr. Thorsten Hens von der Universität Zürich beschrieben. Darüber hinaus ist die Risikotoleranz dynamisch, und als solche je nach Marktsituation schwankend. Solche Verzerrungen werden von den Vermögensverwaltern kaum berücksichtigt und führen oft dazu, dass wesentliche und langfristige Entscheidungen zur Anlagestrategie nicht eingehalten werden.

Kurz gesagt, die beste Anlagestrategie hängt von drei Fragen ab: Ihre Antworten sind sehr individuell und rechtfertigen die Notwendigkeit einer maßgeschneiderten Anlagestrategie.

Wie kann man die ideale Anlagestrategie für einen Kunden herleiten?

Die 3rd-eyes-Lösung berücksichtigt alle oben genannten Aspekte:

Wie viel Risiko benötige ich, um meine spezifischen finanziellen Ziele zu erreichen?

Unsere Lösung sucht nach der bestmöglichen strategischen Anlagestrategie unter Berücksichtigung der kundenspezifischen finanziellen Ziele und Tausender von Kapitalmarktszenarien. In einem typischen Anlageuniversum mit 12 Anlageklassen gibt es effektiv 100^12 (= 10^24) mögliche Allokationen, wenn wir Allokationen in 1%-Schritten betrachten. Die Optimierung wählt aus diesem großen Spektrum das beste Portfolio aus und testet es gegen Tausende von Kapitalmarkt- und Inflationsszenarien, was zu einem äusserst verlässlichen Ergebnis führt.

Die dabei verwendete Optimierung ist multiperiodisch: Die bestmögliche Zielerreichung hängt in der Regel von den Renditen und Cashflows der Vermögenswerte über viele Jahre ab. Wir optimieren nicht einfach über den nächsten Zeitraum, sondern berücksichtigen die langfristige Vermögensentwicklung des Kunden, die in jedem Optimierungsschritt exakt berücksichtigt werden muss. Wir gehen auch nicht davon aus, dass die Anlagerenditen einer einfachen statistischen Verteilung wie einer Normalverteilung folgen, sondern verwenden eine Reihe von Szenarien, die Tail-Events beinhalten (z.B. signifikante Marktcrashs oder wirtschaftliche Rahmenbedingungen mit Negativzinsen). Damit werden alle Situationen adäquat adressiert, in denen ein Risikomodell wie die mean-variance von Markowitz oder auch das Black Littermann-Modell versagt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Optimierung sehr stark von anderen Lösungen unterscheidet, die auf dem bestehenden mean-variance Framework basieren: Wir verwenden eine Monte-Carlo-Optimierung, die eine große Flexibilität bei der Festlegung der Optimierungsfunktionen bietet (z.B. Zielerreichung optimieren, Drawdown minimieren, etc.).

Welchen Teil des Gesamtvermögens möchte ich zur Erreichung meiner spezifischen finanziellen Ziele verwenden?

Wie bereits erwähnt, ist es wichtig, alle Vermögenswerte zu berücksichtigen, die zur Zielerreichung eingesetzt werden können. Werden Vermögenswerte, die für den Kunden entscheidend sind, nicht berücksichtigt, hat der Kunde am Ende eine zu riskante Anlagestrategie, die die Situation des Kunden verschlechtert. Mit der 3rd-eyes-Lösung werden alle Vermögenswerte eines Kunden berücksichtigt, seien es Immobilien, Private Equity, Pensionen und dergleichen. Jeder Vermögenswert kann individuell ausgewählt werden, ob es zur Steigerung der Zielerreichung eingesetzt werden soll oder nicht.

Wie stark ist meine Verlustaversion in guten und negativen Märkten ausgeprägt?

Unsere Lösung ermöglicht es, jedes beliebige Risikoprofil zu verwenden: sei es das am deskriptiv ausgestaltete aufsichtsrechtliche Risikoprofil nach dem deutschen WpHG-Standard oder ein anderes z.B. verhaltensorientiertes Risikoprofil, wie das unseres Partners Behavioural Finance Solutions GmbH. Unsere B2B-Kunden entscheiden, welche Art oder welches Risikoprofil sie verwenden wollen.

Wir freuen uns, Ihnen unsere Lösung vorzustellen, die dem Megatrend der Individualisierung in der Vermögensverwaltung Rechnung trägt: Vollautomatische Vermögensplanung in Tausenden von Marktszenarien, die zu maßgeschneiderten Anlagestrategien führt!